Eine Räumung, ein Angriff auf die Liebig 34 ist ein Angriff auf uns alle!

29.09.2018 Redebeitrag Liebig34 Demo

Eine Räumung, ein Angriff auf die Liebig 34 ist ein Angriff auf uns alle!

Wir Nachbar*innen aus dem Nordkiez Friedrichshain und von der Aktionsgruppe Rigaer 71-73 gegen Verdrängung stellen uns solidarisch hinter dieses besondere Hausprojekt, hinter einem Ort, der für all unsere vielfältigen Kämpfe nicht nur ein wichtiger Treffpunkt im Haus und im Infoladen ist, sondern in dem gelebten Anderssein rundum den Dorfplatz unsere Antwort auf diese faschistoide, im Konsumrausch selbstgefällige Gesellschaft, die in jeder Hinsicht auf Abgründe zusteuert, ohne sie wirklich sehen zu wollen und Antworten zu finden.

Hausprojekte, Freiräume, selbstorganisierte Strukturen sind eine Antwort auf Vereinzelung, auf ein auf Gier und Gewinnsucht ausgerichtetes globales System, auf wieder deutlich antifeministische, sexistische, homo- oder transphobe, rassistische und sonstige diskriminierende Strukturen, vor denen auch wir selbst innerstukturell nicht absolut geschützt sind. Es gehört zu unseren ureigensten Aufgaben, in permantem Austausch, Diskussion und täglicher Auseinandersetzung sich diesem herausfordernden Themenfeld zu widmen, Nachlässigkeiten aufzudecken, Bewußtsein zu stärken und auch der Vereinzelung selbst in solidarischen linken Strukturen etwas entgegenzusetzen, um die stärkenden Elemente zu spüren, sich darüber zu verbinden und diesen genannten alltäglichen Herausforderungen gemeinsam massivst Widerstand entgegenzusetzen. Dieses seelenzerstörende kapitalistische System wird zum Katalysator für eine Brutalität des Alltags, welches diskriminierendes Verhalten jedweder Art verstärkt und zu den alten Hierarchien neue aufbaut, die oft über den sich ausbreitenden digitalen Raum schleichend auf unser Leben Einfluß nimmt, aber dafür intensiv, oft unbemerkt und in den Auswirkungen verheerend. Die Ambivalenz des Digitalen darf nicht zu unseren Ungunsten kippen. Sich schnell vernetzenden Nazis muß eine Antwort gegeben werden, ebenso der Totalüberwachung durch den im großen Einvernehmen zu rechten Strukturen arbeitenden Bullenstaat. Dieser wird sich außerdem vergeblich bemühen, den Spaltpilz in unseren Kiez zu tragen, über instrumentaliserte Zeug*innen u. andere Maßnahmen seitens der Bullen, sowie Entscheidungen des sogenannten Rechtsstaates im unsäglich politischen Prozeß gegen Isa und andere.

Umso wichtiger sind uns unsere Freiräume, unser Willen, all dem lautstark Widerstand entgegenzusetzen. Als Feministin setze ich viel auf das Voranbringen von feministischen Ideen und dem Zerlegen von patriarchalen Strukturen zugunsten einer neuen Gesellschaft. Wenn alle sich als Feminist*innen begreifen würden, bekäme das Wort Revolution endlich die Bedeutung, die ihr heutzutage gerecht werden würde.

Gegen Patriarchat, Kapital und diesen verfickten Bullenstaat!

Wir wehren uns und bleiben ein widerständiger rebellischer Kiez. Wir sind solidarisch mit allen bedrohten Projekten und Freiräumen. Ein besonderer Gruß geht zu den Mitstreiter*innen in den Hambacher Forst! Klimapolitik zugunsten von Investor*innen wie der CG Gruppe oder RWE ist schlicht dumm und zerstört Zukunft. Kapitalismus tötet – habt ihr da draußen es immer noch nicht begriffen?! Unser Zorn auf durchkapitalisierte Verhältnisse, unsere Wut auf kriminelle Stadtverdichter, Renditegewinnler und Absahner von allseits blasigen Strukturen könnte nicht größer sein, die alleszerstörend, ob Mensch+Seele, ob Umwelt+Natur auf die letzten Winkel unserer Freiräume zugreifen in einer globalisierten Welt der Gleichschaltung und Gleichmacherei, die mit Stahl-Betonwüsten in Städten und Köpfen wie eine Seuche um sich greift+unsere bunte Lebensmentalität wegzementieren will! WIR WOLLEN DAS HIER NICHT! WIR BRAUCHEN DAS NICHT! NIEMAND BRAUCHT DAS! Wir werden profitgeilen Egozentrikern, ob Christoph Gröner von der CG Gruppe oder dem vermeintlichen Eigentümer u.a. der Liebig 34, Gijora Padovicz, mit einer nur der Geldvermehrung hörigen Weltsicht ihre Baulegitimität nehmen u ihre stadtzerstörende Haltung angreifen und ihnen den Weg in den EXIT weisen! IHR HABT HIER NICHTS ZU SUCHEN! Wir werden euch nicht nur verjagen, wir werden auch die Grundlage eurer allesanmaßenden Vereinnahmung von Lebens- und Freiräumen frei denkender und für sich selbst entscheidender Menschen aus den Köpfen VERBLASEN. Jeden Tag treten wir dem Aufwertungswahn entgegen, der unserer Stadt Stück für Stück ein neues, unerträgliches Gesicht geben will. Das Gesicht der Reichen, der Ausbeuter, derjenigen, die auf Kosten benachteiligter, einkommensschwacher Menschen im Wohlstand verrotten, sowie auf Kosten der Menschen, die auf der Flucht sind vor Situationen aus ihren Herkunftsländern, die die hiesige Politik seit urewigen Zeiten mitverursacht hat.

Jetzt sollen erneut Zentren des Widerstands gegen diese Pest platt gemacht werden, Zentren, in denen wir uns begegnen können, in einem immer kleiner werdenden Raum einer Subkultur, die schon lange wegweisend ist, wie man weltweit mit solidarischen Strukturen+in Selbstorganisation ein unhierarchisches Gegenmodell leben kann – queer+bunt, nichtkommerziell+absolut konträr zu staatlichen Gebilden am Tropf von Geld+Macht, die sich einzig die Ausbeutung des Globus auf den Rücken der Schwachen zueigen macht und ihren Bürger*innen Demokratie+Teilhabe vorheuchelt.

Wir werden uns weiter in diesen Freiräumen organisieren und zusammenschließen mit allen, die von Gentrifizierung und Kapitalistischem Anmaßungswahn die Schnauze voll haben + sind solidarisch mit allen von Verdrängung und Ausgrenzung bedrohten Menschen, insbesondere heute mit der Liebig34 und alles, was wir mit diesem anarcha-queer-feministischen Hausprojekt verbinden.

W I R    S I N D    F R E I R A U M !

one struggle – one fight!

 

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