Rotz auf eure Stadt der Reichen – unser Wasser kriegt ihr nie

Zwangsräumung  Køpi-Wagenplatz  verhindern!
 
Jeder Angriff ist ein Angriff auf uns Alle!

…Versuch einer Art Übersetzung…
Die mit der drohenden Zwangsräumung am 15. Oktober potentielle Zerstörung einer über 30 Jahre gewachsenen Struktur eines Køpi-Wagenplatzes in seiner Gesamt-Kreativität wird der ausführenden Gesellschaft und ihren Machtstrukturen als Fehlstelle auf die Füße fallen, ohne daß diese Protagonist*innen vermutlich verstehen würden, worin sich diese Fehlstelle begründet. Mit einer Zerstörung des Køpi-Wagenplatzes nehmen sie sich selbst oder lassen es sich vom alles diktierenden Kapital gefallen, sich nehmen zu lassen, was an zukunftsweisenden Impulsen von den Menschen vom und um den Køpi-Wagenplatz in die Gesellschaft fließt.
Der Køpi-Wagenplatz ist kein insulärer Raum, genauso wenig wie die immer wieder bedrohte Køpi selbst, die aktuell bedrohte Rigaer 94 und all die anderen geräumten oder noch existierenden Freiraum-Oasen.

Das sind ‚unsere‘ ‚stations‘, ‚unsere‘ Batterie-Laderäume, ‚unsere‘ Inspiration, allein durch den hier möglichen strikten nonkonsumistischen Charakter dieser Räume, Plätze und Häuser. Wer von außen oberflächlich Gerümpel sieht – kreatives Chaos als Dreck und Müll in dem Vergleich von sterilen und genormten Oberflächen aus Stahl-Glas-Beton bewertet -, hat nichts begriffen.

Die große verbindende Überschrift zwischen all diesen Räumen der Freiheit lautet ‚Kapitalismus tötet‘ – ‚Kapitalismus abschaffen!‘ Das hier erprobte -autonome-, jedenfalls ‚Linksradikale Leben‘, wie auch immer sich die einzelnen Projekte selbst definieren, ist der Versuch bis in alle Winkel unserer Lebensräume diese ureigene Freiheit des Menschen ohne Abhängigkeit von Kapital und genormten Regeln, Macht-Strukturen, Hierarchien und weitestgehend Arbeitswelt klarzukommen. Es ist der Versuch, ohne Rückgriff auf Ausbeutung von Menschen+ihren Innenräumen, Biosphäre und weitgehenden Verzicht an Rohstoffen zu leben und allen diskriminierenden -ismen dieser Welt den Kampf anzusagen, um soziale Gefüge auf Augenhöhe zu etablieren. Denn nur so läßt sich langfristig Zukunft formulieren und dies mit der von Menschen gemachten drohenden Klimakatastrophe, immer aktueller gedacht.

Eine der gelebten radikalen Ideen hinter all diesem Leben und Tun ist es eben Abhängigkeiten überflüssig zu machen, Wertigkeiten in den Mittelpunkt zu stellen, die jenseits von irgendeinem monetären Vermehrungswollen stehen und all dem, was damit zusammenhängt.

Die Erde ächzt und stöhnt, weil der Raubbau auf ihr mit der Bedienung einer völlig wahnsinnigen exponentiell wachsenden globalen Finanz-Wirtschaft, sie und damit v.a. die Lebewesen auf ihr, komplett an den Abgrund bringt. Die Sozietäten stehen vor dem Zerreißen überall auf der Welt in vielerlei Hinsicht. Sich als Frauen und andere benachteiligte im Genderkontext definierende Menschen stehen immer mehr auf, weil sie den noch keineswegs gestoppten Sexismus nicht mehr ertragen wollen. Immer mehr Kinder und Heranwachsende lassen sich obrigkeitskonformes Verhalten in ihrer immer besser werdenden Vernetztheit jenseits der Erwachsenenwelt nicht mehr gefallen. Und alle benachteiligten Menschen, die aufgrund irgendeines äußeren oder religiösen Merkmals diskriminiert werden, suchen in einer digital vernetzten Welt Wege, um ihr Leben qualitativ zu verändern und all der ihnen zugefügten oder systemischen Drangsal etwas entgegenzusetzen und wenn das ihren zigfachen Tod im Mittelmeer oder woanders bedeutet.

…Friede den Hütten, Krieg den Palästen!

Wer also versucht die Dinge grundsätzlich in eine für alle gleichberechtigte und erträgliche, für andere bescheidenere Lebensform zu lenken? Wer stellt sich den kapital-faschistoiden und faschistischen Einflüssen in Gesellschaften auf der Straße täglich vielfältig entgegen und formuliert, ja auch gewollt militant, ein großes Stopp-Ausrufezeichen, weil die weiche Linie, das oft real kaum vorhandene Kontern nicht beeindruckt und diese unerträglichen Anmaßungen immer noch Weniger kaum vermag in ihre Schranken zu verweisen?

Und wer hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und verharrt reflexhaft in starren Reaktionsmustern einer von Wenigen zementierten globalen Finanz- und Wirtschaftsdoktrin, um der höchsteigenen Profitmaximierung zu huldigen?

Dagegen Linksradikal zu sein und zu leben läßt sich in seiner Vielfältigkeit, Diversheit, seinem Facettenreichtum und auch seiner Bereitschaft bis hin zur Militanz nicht leicht definieren. Ein Eingrenzen, besser Abgrenzen fängt da an, wo das Verwertungspolitische beginnt sich dem Kapital anzubiedern, Machtstrukturen entwickelt und sich in Abhängigkeiten begibt, wie das bei sämtlichen zu wählenden Parteistrukturen festzustellen ist.

‚Das Linksradikale‘ ist so vielfältig, wie es Menschen gibt, die sich auf den Weg machen mit einem Selbstverständnis auf Augenhöhe, die ihren eigenen Auftrag darin sehen, sich und ihre Bezüge im Sozialen, Politischen permanent auf den Prüfstand zu stellen, ohne Bezahlung, ohne Gegenleistung. Das i s t Arbeit im besten Sinn des Wortes, je nach Engagement und Ernsthaftigkeit durchaus anstrengend die formulierten Ziele im realen Leben umzusetzen und gepflastert von vielfachem Scheitern über all die Jahrzehnte und doch im Grundsatz einig, am großen Ziel der gleichen Wertigkeit aller Lebewesen festzuhalten und eine freie Gesellschaft zu entwickeln in einem fortwährenden Prozeß, der wohl nie ein Ende findet.

Das niemals erreichen eines endgültigen Zieles, das nie Erreichen des Absoluten ist hierbei durchaus Frust wie größte Herausforderung und in einer der Abgrenzungen zum faschistoiden absoluten Ordnungswillen ein großes Glück. Diese Unsicherheit des nie zu Ende kommens zu ertragen, aber dann doch nicht aushalten und dafür immer wieder das Ungeordnete, ‚das Chaos‘ diskutieren, immer wieder neue Wege einschlagen, wenn die Erkenntnis da ist, daß sich hier schon wieder Hierarchien, Abhängigkeiten und Despektierlichkeiten auftun, die körperliche und seelische Verletzungen verursachen. Es ist der immerwährende Trip, sich weiterzuentwickeln, sich täglich neu zu erfinden, sich zu emanzipieren und bestenfalls die kollektivistischen Kleinstrukturen mit, die in ihrer dorfähnlichen Größe, deswegen Dorfplatz, übersichtlich genug sind, um auch in einem sozialen Umfeld eine Weiterentwicklung zuzulassen und so als permanentes Korrektiv im eigenen Selbstverständnis verstanden werden können.

Das also würde hier mitunter mit einem Køpi-Wagenplatz zerstört, ein ungeheurer Raum der Möglichkeiten, ja – ein alternativer Raum des sich neu Erfindens, ein Diskussions- und Forschungsraum, bis jetzt ohne Abhängigkeiten, die erst die drohende Zwangsräumung provoziert.

Es ist ein Freiraum, der angegriffen wird. Ein Freiraum in einem sehr weit auszulegenden Begriff und damit verstandenen Gegenmodell in einer extrem überreglementierten kontrollierenden kapitalfaschistoiden Gesellschaft.

Aber ‚unser‘ Innerstes, den Innenraum, erreicht die zugreifende Macht nie! Fuck You!

Ein Køpi-Wagenplatz soll verschwinden, der allein mit seinen zahllosen gebauten und gewachsenen Ecken und Kanten in die Unendlichkeit weist, der mit dieser in ihm gewachsenen Struktur, im Sinne des Denksports einer „Chaos- und Fraktale-Theorie“, potentiell unendlich viele Möglichkeiten aufzeigt, die in ihrer Kreativität und Nonkonformiertheit alles Bürgerliche sprengt und damit eben Freiräume eröffnet, die eine glattgebügelte, sich selbst angähnende Gesellschaft in ihrer bornierten Selbstgefälligkeit anscheinend noch nichteinmal nachdenken kann. Die Angepaßten, Gleichgeschalteten werden eher in ihrer selbstverstärkenden Blase und ihrem Raubbau an allem was einen Wert über den monetär definierten hat, ersaufen. Eine kapitalfaschistoide Gesellschaft zerstört soziale Zusammenhänge, gewachsene Strukturen und Solidarität, betreibt, notgedrungen in der eigenen Logik, Raubbau am Menschen mit seiner Arbeitskraft und seinen emotionalen Möglichkeiten und nicht zuletzt an der Erde als solche und erhebt sich zu einer Art Viel-Gottheit von individualisierten Egomanen, die sich langfristig selbst zerlegt, aber zwingend jetzt schon jeden Tag angegriffen werden muß, um diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten.

Kapitalismus tötet. Kapitalist*innen töten!

rⒶus mit ihnen – eat the rich – Zwangsräumung hier anders denken!

In vielem sind wir uns eins, also laßt es uns nach außen tragen, direkt oder dezentral, diese Tage und auch sonst!

In voller Solidarität, mit geballter Faust und mit heißem Herzen Køpi-Wagenplatz verteidigen, Angriffe auf die Rigaer94 abwehren und keine Zwangsräumung von vielen bedrohten Menschen hinnehmen!

one struggle – one fight!